Die Taktung - Was dahinter steckt

Die Taktung, d.h. die kleinste Zeiteinheit eines Telefongesprächs, hat einen ungeahnt starken Einfluß auf den durchschnittlichen Minutenpreis. Im Mobilfunkbereich sind heute Taktungen von 60/60 bis hin zu 60/1 (d.h. die erste Minute wird immer komplett abgerechnet, danach sekundengenau) üblich. Je nach Verteilung der Gesprächsdauern (viele kurze oder viele lange Gespräche) eines Nutzers ergibt sich ein Preisaufschlag durch die jeweilige Taktung eines Handytarifs. Hintergrund: Die Einstellung "Durchschnittliche Gesprächsdauer" (bei den telfish.com Reglern) stellt die durchschnittliche Gesprächsdauer und nicht die Dauer jedes einzelnen Gesprächs ein. Dies ist erforderlich, da eine statistische Verteilung um einen Mittelwert eine deutlich realitätsnähere Berechnung ergibt. Das merkt man leicht, wenn man ein Beispiel durchrechnet. Wenn jedes Gespräch genau 60 Sekunden lang ist, und das ist in vielen Handytarifrechnern oft die Voreinstellung, werden für 100 reale Gesprächsminuten auch tatsächlich 100 min abgerechnet. Diese kosten bei maXXim dann z.B. genau 8 EUR. Niemand wird aber so telefonieren. Viele Gespräche sind kürzer als 60 s, manche auch länger. Das bedeutet, dass aus 100 realen Gesprächsminuten schnell 110, 120 oder sogar 150 abgerechnete Minuten werden können. Der "echte" Nutzer zahlt im Schnitt also einen deutlich höheren, "echten" Minutenpreis, als angegeben. Bei 60/60 Taktung kann dieser "Taktungsaufschlag" durchaus 30% oder mehr betragen.

In der wissenschaftlichen Literatur wird die Gesprächslängenverteilung in Kommunikationsnetzwerken meist als Exponential- oder Lognormalverteilung modelliert. Eine solche liegt auch dem telfish-Modell zugrunde, wobei der per Regler eingestellte Wert der durchschnittlichen Gesprächsdauer dem Mittelwert der Verteilung entspricht. (Wikipedia Lognormalverteilung). Der Kerncharakter ist einfach gesagt: Viele kurze, wenig lange Gespräche. Das muss natürlich nicht auf jeden zutreffen, tut es aber im Schnitt auf die meisten Nutzer - wie das halt so ist in der Statistik.